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Warnsignale einer Herzschwäche rechtzeitig erkennen

15. Januar 2018/in Medizin, Allgemeinmedizin/von Praxis News

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten in eine Klinik eingewiesen, weil ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt. Überschreitet die Gewichtszunahme zwei Kilo in drei Tagen, sollte man umgehend den Arzt oder eine Klinik aufsuchen“, rät der Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Auch bei zunehmender Kurzatmigkeit, wiederholtem Aufwachen wegen Atemnot, Bedarf an immer mehr Kissen um schlafen zu können, sollte man Arzt oder Klinik aufsuchen.

Was löst eine Verschlechterung der Herzschwäche aus?

Viele Faktoren können eine chronische Herzschwäche zum Entgleisen bringen. Patienten vergessen, ihre Medikamente einzunehmen, setzen sie ab oder verringern die Dosis. Oder es werden Medikamente eingenommen, die den Herzmuskel zusätzlich belasten. Häufig liegt bereits eine Vorschädigung des Herzens durch  Bluthochdruck oder eine koronare Herzkrankheit (KHK) vor. Bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg kann es bei diesen Patienten zu einer akuten Herzschwäche kommen. „Diese Bluthochdruckkrise muss in der Regel sofort im Krankenhaus behandelt werden, weil die akute Herzschwäche fast immer dramatisch verläuft: akute Blutstauung im Lungenkreislauf mit schwerer Atemnot und Todesangst“, so Prof. Meinertz. Die ärztlich überwachte Blutdrucksenkung in der Klinik führt dann zur raschen Besserung.

Vorsicht bei Lungenentzündung

Auch bei Lungenentzündungen, die gehäuft bei Patienten mit Herzschwäche auftreten, sollten Betroffene umgehend den Arzt aufsuchen. „Die Kombination aus Lungenentzündung und Herzschwäche ist gefährlich, weil das schon geschwächte Herz häufig noch mehr gefordert wird, als der geschwächte Herzmuskel leisten kann.“ Nur eine konsequente Therapie kann einen gefährlichen Verlauf verhindern.

Grippeimpfung nicht vergessen

Nicht selten  eine Virusgrippe kann zu einer weiteren Herzschädigung führen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt deshalb Patienten mit Herzschwäche, sich jedes Jahr im Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. „Eine Grippeimpfung schützt vor Krankenhausaufenthalten und verbessert die Lebenserwartung. Auch eine Pneumokokkenimpfung kann bei Patienten mit Herzschwäche in Erwägung gezogen werden“, bestätigt der Kardiologe.
Weitere Faktoren, die eine Herzschwäche verschlechtern können, sind Herzrhythmusstörungen oder Lungenembolien als Folge von Thrombosen. Aber auch Ernährungsfehler, meist durch übermäßige Zufuhr von Salz oder durch eine zu große Flüssigkeitsaufnahme vom mehr als 2 Liter pro Tag, können eine Herzschwäche verstärken.

Herztagebuch: Ein Klinikaufenthalt ist vermeidbar, indem Betroffene selbst täglich den Verlauf ihrer Erkrankung und Beschwerden auf Basis von Werten wie Körpergewicht, Blutdruck, Puls und Medikamenteneinnahme in einem Herztagebuch dokumentieren und mit ihrem Arzt besprechen. Das kostenfreie Herztagebuch kann angefordert werden unter www.herzstiftung.de/Herztagebuch.html oder per Tel. unter 069 955128400.

 

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.

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