Neue Haut gibt Brandopfern Hoffnung
Schwere Verbrennungen gehören zu den schlimmsten Verletzungen überhaupt. Große Hautflächen werden zerstört, die Heilung dauert oft Monate oder Jahre. Für viele Betroffene bleiben starke Narben zurück, welche schmerzen und die Beweglichkeit einschränken. Forschende aus der Schweiz haben nun eine neue Haut entwickelt, die im Labor gezüchtet wird und Brandopfern neue Hoffnung gibt
Wenn gesunde Haut nicht reicht
Nach schweren Verbrennungen entfernen Ärztinnen und Ärzte zuerst die zerstörte Haut. Danach werden die offenen Wunden mit gesunder Haut vom eigenen Körper bedeckt. Doch genau das ist oft das Problem: Bei großflächigen Verbrennungen gibt es nicht genug gesunde Haut. Außerdem entstehen an den Entnahmestellen neue Wunden und Narben. Besonders für Kinder ist das schwierig, denn transplantierte Haut wächst oft nicht mit.
Haut wächst im Labor nach
Die neue Methode setzt genau hier an. Aus einer kleinen Hautprobe der Patientin oder des Patienten wird im Labor neue Haut gezüchtet. Diese Haut ist lebendig und besteht aus zwei Schichten – so wie echte menschliche Haut. Sie ist elastisch und kann sich dem Körper besser anpassen. „Wir haben ein lebendes, menschliches Hauttransplantat entwickelt, das im Labor aus einer kleinen Hautbiopsie der Patientin oder des Patienten gezüchtet wird.“ erklärt Biotechnologin Daniela Marino, die 2017 das Spin-off-Unternehmen Cutiss mitgründete. Weil die Haut aus körpereigenen Zellen besteht, wird sie vom Körper nicht abgestoßen.
Weniger Narben, bessere Heilung
Erste Langzeitstudien zeigen, dass die neue Haut Wunden sicher verschließen kann. Dabei wird weniger gesunde Haut benötigt, und die Narben fallen oft besser aus als bei herkömmlichen Hauttransplantaten. Das kann die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen verringern. Die Haut wird individuell hergestellt. „Entscheidend ist, dass es ein personalisiertes Transplantat ist.“ betont Daniela Marino.
Tests laufen noch
Die neue Haut wird derzeit in großen klinischen Studien getestet. Mehrere Verbrennungszentren in Europa sind daran beteiligt. Ziel ist es zu prüfen, wie sicher und wirksam die Methode bei Jugendlichen und Erwachsenen mit schweren Brandverletzungen ist. In einzelnen schweren Fällen wurde die Haut bereits eingesetzt, wenn es keine andere Behandlungsmöglichkeit mehr gab.
Hoffnung für die Zukunft
Noch ist die neue Haut keine Standardtherapie. Doch die bisherigen Ergebnisse machen Hoffnung. Für Menschen mit schweren Verbrennungen könnte sie in Zukunft weniger Narben, bessere Heilung und ein Stück Lebensqualität zurückbringen.
Quelle: Universität Zürich / Bildquelle: Wyss Zurich

Wyss Zurich

Quelle: Jutta Jung/DKFZ


